Was die Macht der Gedanken mit Dir macht

Macht der Gedanken

 

Das geht doch nicht.

Das kann ich nicht.

Ich habe doch nicht studiert.

Das können Männer/Frauen besser.

Dazu brauche ich mehr Erfahrung oder Sprachkenntnisse.

Das mache ich irgendwann, wenn ich Zeit habe.

Das ist doch brotlose Kunst.

Der Arbeitsplatz muss sicher sein.

Andere können viel besser reden, präsentieren, …

Du kennst diese Gedanken genauso wie ich und jeder andere von uns. Wir haben Sie von unseren Eltern übernommen. Und von anderen Menschen in unserem Umfeld. Und von den Medien.

Oder sie sind aus unseren Erfahrungen entstanden.

O.k. Das ist normal.

Es sind eben Gedanken.

Aber sie wirken…

 

Was bewirken unsere Gedanken?

Wir beide, Du und ich, trinken Kaffee miteinander. Du sitzt mir gegenüber und magst Deinen Kaffee gerne süß.

Du denkst ich brauche Zucker. Und Der steht zu weit weg.

Deine Gedanken steuern Dein Gehirn zu einer Handlung, nämlich, mich um den Zucker zu bitten.

„Gibst Du mir bitte den Zucker rüber?“ fragst Du. Ich denke, dass ich Dir den Zucker geben möchte, suche ihn mit den Augen, greife nach ihm und reiche ihn Dir rüber.

Plötzlich hat eine Wespe unsere süße Last entdeckt. Sie stürzt sich auf die Zuckerdose.

Ich denke: Vorsicht. Und setze die Dose erst mal ab.

Als die Wespe satt ist, fliegt sie weg. Ich denke: Dann kann ich ja jetzt die Dose wieder nehmen, greife erneut zu und gebe sie Dir.

Du erkennst, dass Du Dir jetzt den Zucker in Deine Tasse geben kannst, nimmst den Löffel und portionierst „automatisch“ den Zucker, so, wie Du ihn magst.

Jetzt schmeckt auch Dein Kaffee.

 

Das war – vereinfacht – das Ergebnis unserer Gedanken.

Sie veranlassen uns zu Handlungen.

Oder verhindern Handlungen, weil wir Gefahr erkennen oder meinen, dass die Aktion im Moment ungeeignet wäre.

Oder bremsen Handlungen, weil sie uns negativ beeinflussen.

Und das passiert ziemlich häufig. Wir erreichen so ganz häufig Ziele erst gar nicht, weil wir mit gebremstem Gas fahre. Wer mal gleichzeitig Gas und Bremse drückt oder Gas und Kupplung, wird merken, dass es zwar deutlich lauter aber nicht unbedingt schneller vorangeht.

 

Was die Macht der Gedanken mit Dir macht:

 

Das geht doch nicht

Ein typischer Einwand, der von unseren Eltern übernommen wurde. Früher gab es eine Menge Dinge, bei denen der Einwand kam: „Das geht doch nicht.“

Dabei fällt mir immer eines meiner Lieblingstiere ein. Es ist braun-gelb, brummt immer ganz gemütlich und fliegt den ganzen Tag um meinen Lavendelstrauch herum. Das Besondere an diesem Tiefflieger ist, dass es laut der physikalischen Lehre angeblich gar nicht fliegen kann. Die Hummel.

Mit 0,7cm² Flügelfläche und 1,2g Gewicht sollte sie eigentlich gar nicht fliegen können. Inzwischen weiß man allerdings, dass sie Strömungen, Wirbel und so dynamischen Auftrieb nutzt. Und sogar so phantastisch fliegen kann, dass ihre Verwandten in 5000m Höhe am Mount Everest gesichtet wurden und damit das am höchsten fliegende Insekt der Welt ist.

Zugegeben, der Vergleich hinkt. Wahrscheinlich hat das Verhalten der Hummel wenig mit ihren Gedanken zu tun. Aber es ist ein schönes Bild dafür, was alles geht. Und wer schon mal eine pummelige Hummel gesehen hat, kann sich kaum vorstellen, dass sie es auch nur bis zum Mount Everest schafft, geschweige denn in 5000m Höhe.

Wunder dauern eben etwas länger.

 

Das kann ich nicht

Rosi hat vier Kinder großgezogen, nebenher gearbeitet, mit ihrem Mann ein uraltes Haus entkernt und vollständig saniert und noch Zeit für die beste Pflaumenmarmelade der Welt gefunden.

Wenn ihr Autoreifen Luft braucht, sucht sie eine Werkstatt auf. Und bittet um Hilfe. „Das kann ich nicht.“

Glaub mir, sie hat gemauert, gesägt, tapeziert, Kinder und Welpen großgezogen, Kühe gemolken und Rock´n´Roll getanzt. Sie kann es.

Aber sie ist der felsenfesten Überzeugung: „Ich kann das nicht.“

Es gibt kaum eine stärkere Vollbremsung.

Was Du nicht kannst, kannst Du ja auch nicht tun.

Sackgasse.

Sei ehrlich. Wie oft könntest Du etwas tun, was Dir Spaß macht und Dich weiterbringen würde, sagst Dir aber von vorneherein: „Ich kann das nicht“?

 

Ich habe doch nicht studiert

Das ist eher ein Einwand, der aus der neueren Zeit stammt. Seit dem Jahrtausendwechsel hat sich die Meinung über die Notwendigkeit von Studium und akademischem Abschluss sehr gewandelt. Während früher Studiengänge nur für bestimmte Berufe notwendig waren, ist der akademische Abschluss bei Arbeitgebern heute quasi „in“.

Wer sich in den aktuellen Stellenanzeigen umschaut, dem fallen zwei Anforderungen auf: Schon bei jedem Unternehmen des Mittelstandes werden mehrere Fremdsprachen erwartet. Perfektes Englisch gilt lediglich als Grundausstattung.

Und der zweite Punkt ist, dass bereits im Mittelstand gerne Akademiker gesucht werden. Auch für Positionen, für die bisher das Abitur mit anschließender qualifizierter Ausbildung ausreichte.

Akademiker einzustellen, macht offenbar etwas her. Ob es in der jeweiligen Position passend ist, wird sich zeigen. Ich habe viele Studienabgänger als Unternehmensberater erlebt, die in der Praxis verständlicherweise völlig überfordert waren, da sie diese gar nicht kannten.

Es ist also auch heute noch wichtig, zielgerichtet einzustellen. Maßgeblich ist, welche Aufgaben erfüllt werden sollen.

Mir hat damals geholfen, dass ich in einem kleinen Unternehmen bereits als Azubi voll mitarbeiten musste. Diese erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen nutzt jeder Arbeitgeber gerne. Sie wurden auch finanziell entsprechend honoriert.

Ein fehlendes Studium ist also nicht zwingend ein Handicap. Du brauchst dann aber ein wenig mehr Kreativität bei einer Bewerbung und ein wenig mehr Einsatz, um zum Erfolg zu kommen.

 

Das können Männer/Frauen besser

Ich bin eine Frau. Und hatte zwei schmale Kiefern vor meinem Fenster. Sie machten alles dunkler und nadelten inzwischen auch heftig. Ihre Zeit war gekommen. Ich holte also Angebote ein, diese Bäumchen professionell fällen zu lassen. Puuh, das war teuer. Das ließ ich mal sein.

Verstohlen googelte ich nach Handsägen. Eine kleine japanische Handsäge hatte es mir angetan. Als sie da war, wartete ich auf gutes Wetter. Dann schlich ich um die zwei kleinen Bäume herum. 2,50m hoch, eher dünne Stämmchen, aber dennoch einschüchternd. „Das kannst Du nicht. Und schon gar nicht mit dieser Spielzeugsäge!

Mein innerer Bremser lief zur Hochform auf.

Ich holte tief Luft und fing mit ein paar kleinen Ästen an. Ging doch. Hoffentlich sah mich niemand. Ein größerer Ast. Diese Minisäge war eine Wucht. Jetzt hatte ich es. Und nach zwei Stunden lag ein riesiger Berg an Ästen und Baumscheiben vor mir. Sie waren platt – Stück für Stück. Und ich war stolz wie Bolle.

Es gibt kaum etwas, das nicht beide Geschlechter gleichermaßen ausüben können. Es gibt aber eine Menge Regeln, die wir in diesem Zusammenhang schon von unseren Eltern, Freunden und auch gerne in den Medien mitnehmen.

Und dabei ist das heute völlig ungerechtfertigt.

Während früher die Rollen klar verteilt waren, sind sie heute auch in der Jobwelt fast überall bunt gemischt. Es gibt weibliche Schreiner, Ingenieure oder Karatelehrer, ebenso wie männliche Erzieher, Kosmetiker oder Friseure.

Wenn Du diesen Einwand kennst, frag Dich, ob das wirklich Deine eigene Meinung ist. Und probiere beruflich einfach mal etwas aus, was das andere Geschlecht angeblich besser kann.

 

Dazu brauche ich mehr Erfahrung oder Sprachkenntnisse

Stimmt oft. Für viele Aufgaben braucht man Erfahrung. Nur, wenn Du Dinge ausprobierst, sammelst Du auch Erfahrung. Suche Dir einfach jemanden mit Erfahrung, der Dich kontrolliert. Und schon kannst Du Dich auch an neue Aufgaben herantrauen.

Sprachkenntnisse sind ganz aktuell und sehr wichtig. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr hieß es früher so gerne. So ist es bei Fremdsprachen nicht. Du kannst Deine Kenntnisse in jedem Alter auffrischen und eine neue Sprache sogar anfangen. In Mit diesen 5 Sprachen punktest du garantiert habe ich dazu viele Tipps und Adressen zusammengetragen.

Hinterfrage ehrlich, ob Dein Gedanke Dazu brauche ich mehr Erfahrung oder Sprachkenntnisse nicht eigentlich eine Ausrede ist.

Scheust Du Dich eher vor Veränderungen?

 

Das mache ich irgendwann, wenn ich Zeit habe

Neudeutsch: Prokrastinieren (vertagen).

Sicher eine unserer liebsten Ausreden. Einfach menschlich.

Das habe ich auch gesagt, nachdem ich die Weihnachtsdekoration abgebaut und im Keller mitten in den Weg gestellt hatte. Das war irgendwann um Sylvester. Jetzt ist es Spätsommer und es steht immer noch da. Mitten im Weg. Ich warte eben noch auf den Moment, an dem ich Zeit habe…

Mach es und mach es gleich.

Das hat nämlich nicht nur den Effekt, dass Du später nicht über Deine Weihnachtsdeko stolperst, sondern, dass Du Dich innerlich entmüllst.

Jede Vertagung raubt Dir Energie. Du musst eine Begründung (sprich: Ausrede) finden und denkst immer wieder an die verschobene Sache. Die Energie könntest Du viel besser nutzen. Und fühlst Dich dabei auch noch richtig gut.

 

Das ist doch brotlose Kunst

Ob etwas brotlos ist oder nicht, wissen wir erst, wenn wir es ausprobieren. Natürlich gibt es Berufe, die ein einträgliches Gehalt mit sich bringen und daher von vorneherein Sicherheit vermitteln. Demgegenüber ist eine Schauspielkarriere natürlich weniger sicher und häufig auch weniger einträglich. Es kann aber auch das Gegenteil sein.

Und bekanntlich ist Geld nicht alles. Aber natürlich müssen wir unsere Rechnungen bezahlen. Und die Sicherheit spielt auch ein große Rolle in unserer Gesellschaft.

Aber vergiss den Spaß nicht! Wir machen eine Sache erst dann gut, wenn wir sie auch gerne machen. Und dann haben wir irgendwann einen regelrechten flow.

Lass Dich also nicht durch Deine Gedanken ausbremsen.

Probiere einfach mal etwas Brotloses aus. Es gibt Leute, die mit selbstgemachten Hundehalsbändern gutes Geld verdienen. Oder Menschen, die online Excel erklären und damit Millionär geworden sind.

 

Der Arbeitsplatz muss sicher sein

Das war einmal. Selbst vermeintlich sichere Arbeitsplätze werden heute wegrationalisiert, wegfusioniert oder wegtechnisiert.

Sicher hat es ein Beamter. Und da frag mal einen, wie gern er sicher arbeitet? Mit dieser Sicherheit gehen Einschränkungen einher, die Du ganz sicher nicht unbedingt möchtest.

Aber wozu soll denn alles sicher sein?

Brauchst Du das wirklich? Sei ehrlich. Das ist doch eine Überlieferung Deines Umfeldes. Was Du brauchst, ist Spaß, Herausforderung, Action, Entwicklung, Anerkennung. Und ein bisschen Unsicherheit gibt bei mir jedenfalls den nötigen Druck.

Mach Dich locker. Den sicheren Arbeitsplatz gibt es nicht. Und das brauchst Du auch nicht. Veränderungen bringen Wachstum. Und neue Blickwinkel. Plötzlich siehst Du Wege, die vorher irgendwie gar nicht da waren.

Und das macht das Leben lebenswert.

Ganz sicher!

 

Andere können viel besser reden und präsentieren

Klar. Die gibt es immer.

Es gibt auch immer einen, der besser Ski oder Auto fahren kann, besser aussieht, besser angezogen ist, besser ankommt.

Aber auch diese Leute wurden nicht mit diesen eingeübten Fähigkeiten geboren. Ja, der eine oder andere vielleicht mit den Anlagen dazu. Aber wie inzwischen wissenschaftlich belegt ist, reichen Anlagen nicht aus, um etwas gut zu können. Jeder muss es ausprobieren und lernen. Die Ausgangsbasis ist also gar nicht so unterschiedlich.

Du gehörst vielleicht zu den Introvertierten, die eher weniger gerne und gut an der Front sind. Irgendwo etwas zu präsentieren, fällt Dir dann sicher schwerer als einem extrovertierten Typ. Aber auch Du kannst es in diesem Fall lernen.

Nämlich, indem Du es einfach probierst. So schwer es auch fällt.

Versuche generell möglichst nicht zu vergleichen. Der verdient mehr, der kann mehr, der ist mehr… Das ist kurz gesagt seelischer Müll.

Jeder von uns hat seine Stärken und bringt seinen ganz individuellen Part ein. Das bleibt hängen und macht Lust auf mehr.

 

Fazit:

Gedanken sind oft wie Vater, Mutter, Lehrer in Miniformat. Sie stehen mit einem hocherhobenen Zeigefinger da und zwingen Dich zur Vollbremsung.

Stell Dich ihnen. Diskutiere die Punkte mit ihnen aus. D.h. hinterfrage Deinen Gedanken. Bringt der Gedanke Dir was? Enthält er noch interessante Aspekte, die Dir weiterhelfen?

Ausdiskutiert?

Dann mach den Sack zu und mach Dein Ding!

 

 

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