Sabbatical planen (5) – Du bist dann bald weg

Jetzt ist es soweit.

Du hast Dich mit dem Sabbatical beschäftigt, einen Vertrag mit Deinem Arbeitgeber geschlossen, Kassensturz gemacht und Deine Auszeit geplant.

Jetzt ist in der Theorie alles soweit erledigt – jetzt geht es an die letzten Schritte.

sabbatical, Urlaub

 

Sabbatical planen (5/5) – Du bist dann bald weg

Du stehst kurz vor dem Beginn Deiner Auszeit. So langsam wirst Du nervös.

Was musst Du noch tun? Was hast Du alles vergessen?

Puuuh! Irgendwie komisch, dass Du jetzt für etliche Monate nicht mehr durch die Eingangstür in Deinem Unternehmen gehen wirst. Und Deine Kollegen und den Bürotratsch nicht mehr erlebst.

Schön ein merkwürdiges Gefühl.

 

Aber was hast Du jetzt noch zu tun?

  • Auslandsreise-Krankenversicherung abgeschlossen und Dich ggfls. von der inländischen Krankenkasse abgemeldet?
  • Visa und Ausweise beantragen. Alle Unterlagen kopieren und bei einer Kontaktperson hinterlegen. Zusätzlich diese einscannen und in einer Cloud abspeichern.
  • Ggfls. Übersetzungen davon anfertigen lassen.
  • Testament, Patientenverfügung hinterlegen. Entweder bei Kontaktperson oder beim Amtsgericht.
  • Sind notwendige Impfungen vorgenommen?
  • Liegen Deine Flugtickets vor und die Bestätigungen über gebuchte Unterkünfte? Speichere beides in der Cloud ab.
  • Hast Du die Wohnung untervermietet oder einen Hausmeisterservice beauftragt?
  • Ist ein Postservice organisiert bzw. der Postlagerungsauftrag gestellt?
  • Sind laufende Kosten über Daueraufträge bzw. Einzugsermächtigung abgesichert? Weist das Konto genug Deckung auf?
  • Online-Konto eingerichtet? Zahlungsmittel besorgt? Kreditkarte, Fremdwährung, Traveller Cheques?
  • Ist Dein Auto ggfls. abgemeldet oder verliehen?
  • Kleidung vorsortiert, fehlende Teile gekauft? Rucksack, Koffer für den Reiseplan geeignet?
  • Ist die Outdoor-Ausstattung vollständig und das technische Equipment ausreichend?
  • Sind Arbeitsunterlagen bzw. -materialien geordnet, die Übergabe vorbereitet? Hast Du eine Abwesenheitsmeldung eingestellt und eine Postvertretung organisiert?

 

Dein letzter Arbeitstag vor dem Sabbatical

Vereinbare einen Termin für die Übergabe:

  • Aktuelle Arbeitsvorgänge
  • Wiedervorlage
  • E-Mails
  • Telefon.
  • Ggfls. Projekte und Sonderaufgaben.

Hast Du einen Umtrunk vorbereitet? Lass Dich und Deinen Mut ruhig feiern.

Aber glaube nicht, dass Dich jeder feiern möchte. Dein Höhenflug in die Freiheit kommt sicher nicht bei jedem gut an. Schließlich müssen andere Kollegen Deine Arbeit und Deine Kunden übernehmen.

Und der eine oder andere hat garantiert auch schon einmal davon geträumt, hinter sich die Tür zuzumachen und die Freiheit vor sich zu sehen. Und hat es aber dann doch gelassen. Das schafft Neid und Abwehr. Manche Kollegen trainieren ihre Prophezeiungskompetenz und malen Dir düstere Zeiten aus, wenn Du in fremden Ländern on tour oder wieder zurück im eigenen Unternehmen bist.

Genau an dem Punkt war ich schon sehr erstaunt, wie distanziert sich meine vermeintlichen Freunde plötzlich verhielten. Und ich dachte, sie würden sich für mich freuen. Um es vorweg zu nehmen: Nach einigen oberflächlichen Kurznachrichten und ein paar lauen Treffen, war dann auch Schluss mit der langjährigen Freundschaft. Diese Entwicklung erstaunt mich heute immer noch. Und es vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht frage, wie man langjährige Freundschaften so einfach aufgeben kann.

Aber ich bin sicher nicht alleine mit diesem Problem. Immer wieder treffe ich Menschen, die sich selbständig gemacht haben oder den bisherigen Schnellzug zugunsten mehr Muße verlassen haben – und sich immer mehr Kritik und Distanz gegenüber sahen. Merkwürdig, aber leider in unseren Breitengraden offenbar normal.

Also mach Dich darauf gefasst, dass Dein soziales Gefüge ordentlich durchgeschüttelt wird. Hier merkst Du genau, wo Du als Kollege lediglich nützlich warst – als Stütze, Mentor, Kummerkastentante – und für wen Du als Mensch wirklich wichtig bist. Auch auf einem anderen Lebensweg.

 

Und dann ist es soweit: Dein Sabbatical beginnt.

Du gehst nach Hause und wirfst Deine Arbeitssachen in die Ecke. Die brauchst Du ja so schnell nicht mehr.

Du bist frei!

Frei, frei, frei!

Glaub mir, das ist ein unglaubliches Gefühl. Irgendwie hast Du jahrelang in einem bestimmten Zug gesessen und bist an einer bestimmten Haltestelle ausgestiegen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Und jetzt ist plötzlich gar nichts mehr bestimmt.

Du hast zwar Dein Sabbatical geplant, vielleicht Flüge gebucht und Unterkünfte geordert. Aber Du kannst diesen Plan jederzeit ändern, in einen anderen Zug einsteigen, irgendwo aussteigen oder einfach zu Fuß die Welt erkunden.

Viel Freiheit, aber noch zu wenig Erfahrung damit.

Du warst bisher angestellt bei einem Unternehmen? Dann wird Dir die Freiheit erst recht bittersüß vorkommen.

Deine widersprüchlichen Gefühle pendeln sich am besten ein, wenn Du Dein Ziel angehst, das Du im Teil 4 für Dich gefunden hast.

 

Dein erster freier Tag

Das klingt ein bisschen wie der erste Schultag. Und irgendwie ist es auch ein wenig so. Am Anfang weißt Du gar nicht, was Du mit all der Zeit anfangen sollst. Aber das kommt noch. Du wirst jede Minute genießen.

Auch wenn Du Dich bisher immer vorm packen gedrückt hast: Jetzt wirst Du Dich darauf freuen.

 

Welches Gepäckstück macht am meisten Sinn: Koffer, Tasche oder Rucksack?

Koffer: Übersichtlich, leicht zu packen, aber unhandlich. Und durch die einseitige Belastung höchstens für kurze Strecken geeignet.

Tasche: Unübersichtlich, leicht zu packen, aber durch die einseitige Belastung auch hier keine wirkliche Alternative.

Rucksack: Oft unübersichtlich, leicht zu packen, leicht zu tragen, beidseitige Belastung, passt auch in beengten Verhältnissen meist noch rein. Sehr zu empfehlen. Aber unbedingt im Fachgeschäft beraten lassen und ausgiebig probetragen (voll bepackt!) und nicht nach Marke oder Preis entscheiden.

 

Was gehört hinein in Dein Sabbatical-Gepäck?

Schuhe: im separaten Schuhbeutel

Unterwäsche, Gürtel, Socken, Badesachen: im verschließbaren Wäschebeutel mit Ersatzbeutel für Schmutzwäsche

Hose, Rock, Kleid, Shorts, Shirt, Pulli, Bluse, Hemd, Jacke: zusammenrollen, um Platz zu sparen

Kosmetika, Hygieneartikel: in aufhängbarer Outdoor-Kosmetiktasche

Fotoausrüstung: in passender sicher abschließbaren Kameratasche

technisches Zubehör (Ladekabel, Ersatzakku, Speicherkarte, Adapter,…): in wasserfestem verschließbarem Organizer

Accessoires (Schloss mit Sicherheitskabel, Klappmesser, Stift, Mini-Taschenlampe, Mini-Wäscheleine,…): in wasserfestem verschließbaren Beutel

 

Wie packst Du Deinen Rucksack am sinnvollsten?

Im Gepäckinnenraum unten: Alles, was Du seltener benötigst.

Im Gepäckinnenraum oben: Alles, was Du griffbereit haben musst.

Außen oben und Seitentaschen: Wasserflasche, Trillerpfeife, ggfls. Zelt, Schlafmatte, …

Wichtig:

Wenn Du Deinen Rucksack als Handgepäck aufgeben willst, dürfte das Klappmesser für wenig Freude sorgen.

Und falls Du einen Rucksack als Gepäck aufgeben möchtest, ist häufig vorgeschrieben, dass dieser komplett in eine Rucksackhülle gesteckt werden muss. Die Träger könnten sich sonst in den Gepäckbändern verheddern.

Informiere Dich entsprechend frühzeitig bei Deiner Fluggesellschaft. Auch über die als Handgepäck zugelassenen Rucksackmaße und -gewichte.

 

Dich packt die Vorfreude? Du hast unbändige Lust Deinen Rucksack zu nehmen und zu gehen? Du hast ein bisschen Angst, weil Du jetzt nicht mehr so richtig zu Deinen Kollegen, Deiner Familie, Deinen Nachbarn gehörst?

Jetzt steht der Entschluss endgültig fest:

Du bist dann bald weg.

 

Portrait2Ziehst Du das durch? Erzähl mir davon.

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