Gehaltserhöhung – so überzeugst du Deinen Chef ganz einfach

GehaltserhöhungIris ist sauer. Und frustriert.

Sie ist in Ihrem Job wirklich gut.

Engagiert. Lernbereit. Flexibel.

Und jetzt? Sie weiß einfach nicht mehr weiter.

 

Iris versucht seit 4 Jahren eine Gehaltserhöhung zu bekommen

2010 

„Sie sind doch erst 2 Jahre dabei. Da warten wir lieber nochmal.“

2011 

„Es sind aber Kollegen da, die viel länger warten als Sie.“

2012 

„Ach, Sie schon wieder. Wieso sollten Sie eine Gehaltserhöhung bekommen?“

„Ich bin doch schon lange im Unternehmen.“

„Sie werden aber nicht für die Anwesenheit bezahlt, sondern für die Leistung.“

2013 

„Naja, also Sie machen Ihre Arbeit ganz gut. Aber ich habe nur 150 EUR Budget – für alle zusammen. Da muss ich eben selektieren. Und Sie machen ja schon hin und wieder Fehler.“

„Was denn für Fehler? Sie hatten im Beurteilungsgespräch nichts davon gesagt.“

„Ach, das wissen Sie doch.“

2014 

„Gut. Ich sehe ja Ihre Bemühungen. Und bin bereit, Ihnen ab Dezember 75.– EUR monatliche Gehaltserhöhung zu geben.“

„Nur 75.–EUR? Und das sind ja noch 5 Monate!“

„Früher geht es nicht und denken Sie an die anderen Kollegen, die alle zu Ihren Gunsten leer ausgehen.“

„Und was hast Du gesagt?“

„Nichts mehr. Was soll ich denn sagen?“

 

Wie soll man sich bloß danach fühlen?

Solche Gespräche sind sehr frustrierend und wirken (leider) auch sehr lange nach.

  • Offenbar stimmt doch die eigene Leistung nicht.
  • Oder der Vorgesetzte bevorzugt einfach andere Kollegen.
  • Oder jemand spinnt heimlich Intrigen.

 

Hol Deinen Vorgesetzten da ab, wo er steht

  • Weiß Dein Vorgesetzter, wer Du bist?

Der Gehaltsbudget-Verantwortliche ist häufig nicht der direkte Vorgesetzte. Da kann es schon Wissenslücken geben.

  • Kennt er im Detail Deine Aufgaben, Entwicklung, Stärken und Schwächen?

Selbst der direkte Vorgesetzte ist häufig gar nicht informiert, welche Aufgaben Du inzwischen übernommen hast. Und weiß er wirklich, wie Du Dich beruflich entwickelt hast?

  • Kennst Du das Procedere in Deinem Unternehmen rund um Gehaltserhöhungen?

Gibt es ein festgelegtes Gehalts-Budget? Wie hoch ist das i.d.R.

Wer ist dafür verantwortlich und entscheidet über die Vergabe?

Welche Bedingungen muss ein Mitarbeiter erfüllen, um eine Gehaltserhöhung zu erhalten?

Gibt es einen geltenden Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung zum Thema?

  • Wie sehen die Stellenbeschreibung und das ausgeschriebene Gehalt aus?

Welche Aufgaben solltest Du laut Deiner Stellenbeschreibung erfüllen?

Wie hoch ist die dazugehörige Gehaltsspanne?

  • Wie steht das Unternehmen wirtschaftlich da?

Gibt es wirtschaftliche Erfolge in den letzten Jahren?

Schwächelt das Unternehmen erkennbar?

Werden stärker als sonst Kosten eingespart oder – ganz im Gegenteil – Gewinne reinvestiert?

 

Das Ziel hinter dem Ziel

Das Ziel ist eine Gehaltserhöhung. Klar.

Aber dahinter geht es um viel mehr. Mehr emotionale Gründe, also eigentlich auch um:

  • Anerkennung,
  • Motivation,
  • Status,
  • Selbstachtung,
  • Gerechtigkeit.

Gerade Frauen verdienen in Deutschland meist immer noch ein Drittel weniger als Männer in vergleichbaren Aufgaben.

Und auch bei Männern gibt es durchaus spürbare Unterschiede, Frei nach dem Motto: Weit vom Schuss gibt arme Krieger.

Wer nicht fordert, findet auch keine Beachtung.

 

Gehaltserhöhung – so überzeugst Du Deinen Chef ganz einfach

 

Mache deutlich, dass Deine Interessen und die des Unternehmens übereinstimmen

Üblicherweise geht man davon aus, dass die Interessen des Unternehmens und der Mitarbeiter in diesem Punkt gegensätzlich sind: Das Unternehmen will Personalkosten sparen, während der Mitarbeiter sein Gehalt steigern möchte.

Das passt jedoch in der Realität bestens zusammen.

Das Unternehmen braucht engagierte motivierte Mitarbeiter, die qualitativ hochwertige Arbeit leisten.

Mit einer Gehaltssteigerung unterstützt der Chef genau das. Und spart sich damit gleichzeitig Kosten für die umfangreiche Personalrecherche eines neuen Mitarbeiters, die nachfolgende Einarbeitung und Aufholphase, bis dieser selbständig auf ähnlichem Niveau arbeitet wie der bisherige. Diese Kosten summieren sich ganz schnell auf fünfstellige Beträge.

Auch durch qualitativ hochwertige Arbeit spart das Unternehmen Kosten. Weniger Fehler reduzieren Reklamationen und Schadenersatzforderungen. Gleichzeitig verbessert sich das Image und damit die Außenwirkung des Unternehmens.

 

Verdeutliche, dass sich Investitionen in Dich bezahlt machen

Mit einer Investition in Dich bist Du voll motiviert, weitergehende Aufgaben zu übernehmen, wodurch andere Kollegen oder Dein Chef selbst entlastet werden. So werden Vertretungsengpässe in den höheren Kompetenzstufen vermieden. Gleichzeitig bist Du als geförderter Mitarbeiter ein gutes Vorbild und Motivation für die übrigen Teammitglieder.

Dein Chef beweist, dass er seine Aufgabe als Teamentwickler ernst nimmt. Er fördert seine Mitarbeiter, geht überlegt und strategisch mit Ressourcen um und zeigt so seine eigene Kompetenz. Damit kann sich die Förderung des Mitarbeiters auch sehr schnell für den Chef bezahlt machen. Er erfüllt seine Ziele als Führungskraft, die in vielen Branchen monetarisiert sind.

 

Belege, dass Du wirtschaftlich denkst und interessante Ideen hast

Angenommen, Du hast reichlich Erfahrungen mit Beschwerden. Und hast Dir ein Konzept überlegt, mit dem man sowohl Beschwerden reduzieren, wie auch Kunden zufriedenstellen kann. Dann wäre dies für Dein Unternehmen ein durchaus einträgliches Thema, durch das intensiv Kosten gespart werden können.

Gerade in einer Gehaltsverhandlung machen solche Aspekte Eindruck und untermauern Dein kompetentes Auftreten. Vorausgesetzt: Deine Kentnisse sind fundiert und Du trägst Deine Idee mit Begeisterung, aber ohne Druck vor.

 

Zeige, wer Du bist und was Dich ausmacht

Um Deinem Vorgesetzten auf Augenhöhe zu begegnen, ist es hilfreich, sich in Kleidung und Verhalten anzunähern. Keine Frage. Mach Dich aber nicht zum Abklatsch, sondern zeige Persönlichkeit. Dein Auftreten unterstützt dabei Deine Aussagen und spiegelt im Idealfall Kompetenz und Selbstbewusstsein wider.

Ein paar Ecken und Kanten machen Dich spannend. Du wirkst authentisch und interessant. Solche Mitarbeiter zu fördern, bringt Deinem Vorgesetzten mehr Imagegewinn als ein Mitarbeiter mit nichtssagendem Profil, Gemeint ist hier aber nicht der Revolutionär oder Profi-Nörgler.

Die Basis für gute Verhandlungen ist immer das gute Gefühl Deines Chefs, dass Du ihn unterstützen wirst und er davon profitieren kann.

 

Stelle klar, dass Du vertrauenswürdig und authentisch bist

In meinem Artikel „Klartext – Wie Du im Personalgespräch überzeugst (Teil1) und (Teil 2) hatte ich beschrieben, worauf man rund um das Personalgespräch achten sollte.

Ganz wichtig ist die Vertrauenswürdigkeit. Also nicht auf dem Flur oder in der Kaffeeküche über Deine Absichten, das Gespräch und die Inhalte auslassen. Das würde keinen guten Eindruck machen und die Bereitschaft sicher nicht fördern, Dir mehr Geld oder Sachleistungen zu geben.

Beweise gerade in diesem wichtigen Punkt, dass Du nicht nur mehr Geld wert bist, sondern auch wichtige Aufgaben übernehmen kannst. Das ebnet Dir auch für die Zukunft den Weg zu finanziellen oder strategischen Zielen.

 

Das ganze Geheimnis: Zeig Deinem Chef, seinen Nutzen auf

Niemand wird Dir Geld oder Sachwerte geben, nur weil Du 15 Jahre brav im Unternehmen bist. Deine Firma ist kein barmherziges Kloster, sondern ein Wirtschaftsunternehmen. Ganz egal, wie groß oder klein es ist.

Niemand wird Dich fördern, wenn Du ihm nicht wirklich von Nutzen bist. Warum sollte das knappe Budget für Dich vergeben werden, wenn Du nur Deine Zeit absitzt oder ewig nörgelst?

Niemand wird Dich unterstützen, wenn Du schon auf dem Absprung bist oder so tust. Die Gefahr, dass Dein Chef das jährliche Gehaltsbudget für Dich aufgebraucht hat und Du Dich gleichzeitig bei dem nächsten Mitbewerber einkaufst, ist viel zu groß. Das bekommt auch dem Image Deines Chefs nicht wirklich gut.

Fazit: Was zählt, ist der Nutzen, den das Unternehmen bzw. Dein Vorgesetzter von Dir hat. Verkauf Dich gut, aber bleib realistisch.

Deinen Worten müssen auch Taten folgen, sonst laufen die nächsten Gehaltsrunden wieder ohne Dich ab.

 

 

 

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